Talente entfalten, Ego, Seele, Essenz, Enneagramm als Typenmodell, Illustration: Holli steht auf Wiese mit blühenden Bäumen

Talente entfalten: Ego-Muster und Selbsterkenntnis

Ein zentrales Thema auf Deinem Weg der Selbstentfaltung ist die Selbsterkenntnis. Dabei wirst Du Dir Deiner Verhaltensmuster bewusst, um sie wandeln zu können. Denn hinter diesen »Ego-Mustern« findest Du Dein wahres Selbst und Deine Talente, die Du entdecken und entfalten kannst.

 

Ego und Identität

Ego bedeutet »ich« und meint eine Struktur, die wir sehr früh in unserer Kindheit geschaffen haben, um das zu bekommen, was wir zum Überleben brauchen und um Schmerz zu vermeiden. Daraus ergibt sich auch als Erwachsene*r oft noch unsere Art die Welt wahrzunehmen, zu fühlen, zu denken und zu handeln.

Als Kind ist der Aufbau des Egos sinnvoll und wichtig, doch ab einem bestimmten Alter schmerzt das Ego meist mehr, als dass es hilft.

  • Wir ziehen immer wieder die gleichen Probleme an – egal wo und mit wem wir zusammenleben oder -arbeiten.
  • Wir identifizieren uns mit dem Ego und den damit verbundenen einschränkenden Meinungen über uns selbst und die Welt.
  • Diese Identifikation führt zu einem Gefühl des Getrenntseins: von der Natur, von anderen Menschen und von unserer eigenen Lebendigkeit.
  • Außerdem verbraucht das Aufrecherhalten der Ego-Muster eine Menge Energie, die Du besser für andere Dinge verwenden kannst :-).

Mithilfe von Lehrer*innen und Praktizierenden, die diesen Weg schon vor Dir gegangen sind, kannst Du in einem geschützten Rahmen Dein Ego Stück für Stück abbauen, so dass Deine Essenz mehr und mehr durchschimmern kann. Solche Wegbegleiter*innen können auch einschätzen, an welchem Punkt auf Deiner Reise Du Dich befindest. Denn das Ego kann nur transformiert werden, wenn es sich zuvor »normal« entwickelt hat.

Das Ego beobachten

Wenn Du zur Zeit keine Lehrerin, Praktizierende oder Gruppe hast, dann kannst Du auch allein anfangen, z.B. mit einer Bestandsaufnahme Deines inneren Monologs. Alle Sätze, die mit »ich« beginnen, erzählen Dir mehr über Dein Ego und die sich daraus ergebenen Verhaltensmuster.

Wenn Du mit dem Wandelarium arbeitest, kannst Du darin Deine Beobachtungen notieren und beschreiben, wie Deine Muster auf allen Ebenen wirken: auf Deine Emotionen, Deinen Körper und Deine Lebensenergie.

Achte darauf, wie Du Dir selbst und anderen gegenüber Dein Verhalten erklärst:

  • Ich mache das immer so, weil …
  • Sowas mache ich nie, weil …
  • Ich bin …
  • Ich bin nicht …
  • Ich kann gut …
  • Ich kann schlecht …
  • Die Welt ist …
  • Die meisten Menschen sind …

Beobachte erstmal nur diese Glaubenssätze, ohne sie gleich ändern zu wollen. Jede*r hat ein Ego und damit verbundene »Macken und Schrullen«. Wichtig ist im ersten Schritt »nur«, dass Du Dir darüber bewusst wirst.

Modelle zur Beschreibung von Denk-, Fühl-, und Verhaltensmustern

Die Ego-Muster laufen unbewusst und automatisch ab. Sie sind Gewohnheiten geworden, die wir nicht mehr hinterfragen und selten von allein erkennen und benennen können. Deshalb hilft es beim Reflektieren, sich die Muster von der Metaebene aus anzuschauen. Einen guten Einstieg dafür liefern Modelle, die diese Muster – samt den Motivationen, die hinter Ihnen stehen – beschreiben.

Eins dieser Modelle ist das Enneagramm der Persönlichkeitstypen, das wir Dir hier als Beispiel vorstellen möchten. Daneben gibt es weitere Modelle aus der Psychologie, Energiearbeit, Astrologie und anderen Weltanschauungen.
Es ist egal, welches Du verwendest, solange Du dabei etwas über Dich lernst und eine Idee davon bekommst, welche Potenziale sich hinter den Mustern verstecken.

Da Typenmodelle verschiedene Sichtweisen beschreiben, ist es besonders interessant, von und mit anderen zu lernen. Du erfährst, wie facettenreich die Muster im echten Leben aussehen, kannst andere interviewen und bekommst durch das Miteinander gleichzeitig Deine eigenen Muster in einem wohlwollenden Rahmen gespiegelt.

Das Enneagramm der Persönlichkeitstypen zur Selbstreflexion und Selbsterkenntnis

das Enneagramm der Persönlichkeitstypen

Enneagramm ist ein aus dem Altgriechischen neu konstruiertes Wort aus ennea = neun und gramma = Geschriebenes, Schema.

Das Enneagramm zeigt einen 9-zackigen Stern, der sich innerhalb eines Kreises befindet. Der Stern setzt sich aus einem gleichschenkligen Dreieck und einer recht ungewöhnlichen Form mit 6 Eckpunkten zusammen.

Anhand dieses Schemas werden verschiedene Lehren erklärt, zum Beispiel universelle Gesetze und menschliche Entwicklungsprozesse. Das psychologische Typenmodell ist die jüngste Interpretation.

Zum Aufbau des Typenmodells geben wir Dir eine kurze Einführung und verweisen auf Webseiten und Bücher mit ausführlichen Beschreibungen der Muster (Typen) und Dynamiken.

 

9 Hauptmuster im Enneagramm Der Persönlichkeitstypen

Eine einfache Erklärung dafür, warum das Enneagramm genau 9 Hauptmuster beschreibt, haben wir bei Gabriele von Witzleben gefunden:

Alle Menschen werden im Leben mit Grundängsten konfrontiert: z.B. der Angst vor dem Tod, der Angst vor Schmerz, der Angst vor Versagen, …

Jeder Mensch versucht, diese Grundängste hauptsächlich über einen von drei Kanälen zu verarbeiten: die Emotionen, den Verstand oder den Körper (wird auch Bauch genannt). Im Enneagramm tauchen sie als drei Energiezentren (Triaden) auf.

Da Menschen drei Möglichkeiten haben, auf Ängste zu reagieren (Angriff, Flucht und Erstarrung) ergeben sich daraus 3×3=9 Hauptmuster des Denkens, Fühlens und Handelns.

Jede*r von uns nutzt hautpsächlich eins davon,

  • um Grundbedürfnisse erfüllt zu sehen,
  • um mit den Schwierigkeiten des Lebens umzugehen,
  • um schmerzhafte Erlebnisse zu verarbeiten und
  • um ähnliche Erfahrungen in der Zukunft zu vermeiden.

Bauch-Typen
(Wut-Triade)

Enneagramm der Persönlichkeitstypen, Ego-Muster: Bauchtypen, Wut-Triade

Herz-Typen
(Image-Triade)

Enneagramm der Persönlichkeitstypen, Ego-Muster: Herztypen, Image-Triade

Kopf-Typen
(Angst-Triade)

Enneagramm der Persönlichkeitstypen, Ego-Muster: Kopftypen, Angst-Triade

Kurzbeschreibungen –
Finde Dein Hauptmuster

Für den einfachen Einstieg haben wir Dir zwei Webseiten herausgesucht, auf denen Du Kurzbeschreibungen der Hauptmuster findest:

  1. Eclectic Energies von Ewald Berkers
    Ein Kurzüberblick mit Links zu etwas längeren Texten:
    Beschreibungen der Enneagramm-Typen
  2. Wertekosmos von Dr. Wolfgang P. Olschewski
    Hier kannst Du zuerst versuchen herausfinden, in welcher Triade Du Dich siehst:
    9 Persönlichkeitsmuster im Überblick
    und anschließend mehr über die einzelnen Triaden und Typen durchlesen:
    Die Bauch-Typen: 8, 9 und 1
    Die Herz-Typen: 2, 3 und 4
    Die Kopf-Typen: 5, 6 und 7

Es kann sein, dass Du Dein Muster nicht auf Anhieb erkennst, was völlig in Ordnung ist. Das Enneagramm ist sehr komplex und es braucht Zeit, ein Gefühl für die einzelnen Muster und Dynamiken zu bekommen.

 

Ein paar Hinweise dazu:

  • Alle Beschreibungen können Dir bekannt vorkommen, aber nur eine davon ist Dein Hauptmuster. Es hat Dir irgendwann einmal geholfen und Du hast es seitdem so oft wiederholt, dass Du Dich damit sicher fühlst und es zur Gewohnheit geworden ist. Das wird auch Fixierung genannt. Dann fällt es schwer, eine andere Perspektive einzunehmen.
  • Manche Typen/Muster sehen sich von außen ähnlich, jedoch ist ihre Motivation eine ganz andere.
  • Die Typen sind durchnummeriert, was nicht heißt, dass die 1 besser oder weiter ist als die 9.
  • Am Anfang ist es normal, wenn Du Dich mit Deinem Hauptmuster identifizierst.
    Behalte im Hinterkopf, dass es langfristig um’s Freiwerden geht und nicht um erneute Etikettierung (mit der Du dann Dein Verhalten erklären kannst ;-)).
  • Wenn von Kindheit die Rede ist, dann hilft es, sich vorzustellen, dass Du schon mit Deiner »Prägung« also z.B. mit Muster 5 auf die Welt gekommen bist und daraufhin Dein Umfeld auf die 5-er Art wahrgenommen hast. Das schützt davor, eine Opferhaltung einzunehmen oder in Clinch mit Deinen Verwandten zu geraten.
  • Versuche nur, Dich selbst zu erkennen und nicht das Enneagramm dazu zu verwenden, andere in Schubladen zu stecken.
  • Wenn Du selbst die »Schublade« entdeckst, in der Du zur Zeit noch steckst, kann Deine Reaktion darauf unterschiedlich ausfallen. Du kannst eine große Erleichterung spüren, vielleicht reagierst Du aber auch wütend, traurig oder ablehnend. Versuche, sanft mit Dir umzugehen.
  • Wenn Du schon viel erlebt und gewandelt hast, dann erinnere Dich an Deine Teenagerzeit und das frühe Erwachsenenalter. Zu dieser Zeit sind die Muster am aktivsten.

Lesetipps

Von der Erkenntnis zum Wandel

Wenn Du Dir Typenbeschreibungen durchgelesen hast – ganz gleich, ob Du das Enneagramm oder ein anderes Modell gewählt hast – wird Dir vermutlich klarer geworden sein, mit welchen Denk-, Fühl- und Verhaltensmustern Du Dir selbst im Wege stehst.

Ob Du nun schon Dein Hauptmuster erkannt hast oder nicht: Du hast eine erste Richtung und ein Thema, mit dem Du arbeiten kannst. Daraus leitet sich Deine Intention ab, die Dich wie ein roter Faden durch Deinen Prozess begleitet (vor allem zur Erinnerung, wenn es mal schwierig wird).

Im Wandelarium führen wir Dich mit Hilfe von Fragen durch diesen Prozess: zum Jahresbeginn, 4-wöchentlich und zum Wochenanfang:

  1. Was sind Deine Bedürfnisse?
  2. Welche Intentionen ergeben sich daraus?
  3. Was ist der nächste Schritt?
  4. Was unterstützt Dich dabei?

Deine Themen kannst Du nun bewusst wandeln, indem Du neue Erfahrungen sammelst. Zum Beispiel auf der Yogamatte, bei der Körperarbeit, im Retreat, bei der Meditation oder für welche Wege auch immer Du Dich entscheidest oder schon entschieden hast. Alles Gute dafür 😀

 

Das nächste Thema heißt Aufgaben meistern. Ein Text dazu ist in Arbeit. Solange geht es von hier aus zum Wandelarium-Download und -Buch: